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Nicole und Rita an der Dernière

2019 fand die Muba zum letzten Mal in der Messe Basel statt. Die Muba wird eingestampft. Für die Beerdigung der Traditionsmesse sind Nicole und Rita nach Basel gefahren. Dafür putzten wir uns entsprechend heraus, Styling, Schminke, Fingernägel, Haare und Heels waren stimmig. Die Leidenschaft und Faszination für Mode, Farben und Formen konnte man uns ansehen.
Der Besucherinnen und Besucher Aufmarsch an der Dernière war gross. Viele Menschen haben sich von der Muba verabschiedet, auch zwei grosse, attraktive Frauen aus Zürich.
Zum Abschuss der «über 100-jährigen Erfolgsgeschichte» konnte man von speziellen Aktionen profitieren. Ein Händler bot uns eine Handtasche mit 20% Rabatt an, nach etwas feilschen wurden daraus 60%. Wir kauften aber trotzdem nicht. Als wir uns vom vielen Herumgehen in einem Stuhl ausruhten standen gleich zwei Verkäuferinnen da und erklärten uns die vielen Einstellmöglichkeiten. Es war aber offensichtlich, sie erfreuten sich an uns. Sie überhäuften uns mit Komplimenten. Eine sagte, dass sie uns schon lange zuvor gesehen habe, wir seien ihr gleich aufgefallen. Den Stuhl boten sie uns zum halben Preis für nur! noch 2000 Fr. an. Wir mussten ablehnen, die Handtasche war etwas zu klein dafür. Wir bevorzugten aber doch eher flüssiges. Schnell wurden wir nach kurzem Suchen fündig. Es folgte die gemütliche Degustationsphase, während andere uns dabei dauernd fokussierten und beim Fötele gleich zur Stelle waren. Die Anzahl Flaschen auf dem Tisch wurden währenddessen immer mehr. Der Gehversuch bestätigte es, alles war paletti.
Es herrschte in Basel auch Ausnahmezustand. Viele Cliquen mit unzähligen Trommeln und Piccolos waren in Formationen in den Hallen unterwegs. Die vielen Fans freute es. Die beiden Frauen aus Zürich wären auch mit weniger zufrieden gewesen.
Nach gemütlichem Nachtessen in einem kleinen, cliquenfreien Restaurant in der Basler Altstadt, machten wir uns zu später Stunde auf den Heimweg.
Die viele Stunden in Heels in der Basler Altstadt und an der Messe herumgehen musste aber überstanden werden. War nicht ganz ohne!
Viele Blicke waren uns gewiss, die negativen Bemerkungen blieben aus. Zweifellos Nicole und Rita sind gesellschaftskonform.
Ein war ein stimmiger, gelungener Event.

Rita

Mama mia, Nicole und Rita im Musical

Bericht Rita, Fotos Nicole und Rita


Das Musical „Mamma mia!“ kam am 7. März erstmals in der deutschsprachigen Version in die Schweiz. Das weltweit gefeierte Musical wollten Nicole und ich live sehen. Wir warteten mit dem Kaufen der Tickets aber trotzdem lange, fast zu lange, bis sie beinahe ausverkauft waren. Mit einer Portion Glück waren für die zweit letzte Vorstellung im Studio 11 noch wenige Tickets erhältlich. Am 30. März war es soweit. Wir trafen uns im Theaterrestaurant zum Essen. Es waren nur noch wenige Plätze an der Bar frei. Für eine Vorspeise reichten sie aber allemal. Die dafür knapp bemessene Zeit war schnell vorbei.
Schnell Mantel abgeben, im Theatersaal die Sitze aufsuchen, an den Leuten vorbei zu den Sitzplätzen drängeln. Licht aus! Ein genial gemachtes Musical mit 22 der beliebtesten Abba Song, eine heiter und sonnig erzählte Geschichte von «Mamma Mia» begann.
Geschichte 1. Teil:
«Am Vorabend ihrer Hochzeit wollte Sophie die Identität ihres Vaters aufklären. Im Tagebuch ihrer Mutter fanden sich Hinweise auf drei Liebhaber. Ein perfektes Chaos begann.»
Nach über einer Stunde nutzten wir die kurze Pause für kühlenden Drink, welcher durch langes Schlagestehen verdient werden musste.
Zum Fötele blieb nur noch wenig Zeit, den bald ertönte der Gong, ein Zeichen, dass das Ende vom Fötele nahte.
Geschichte 2. Teil
«Die Vergangenheit von Sophie wurde zur Gegenwart und der Verwirrung waren keine Grenzen gesetzt.»
Das könnten auch GWHF Frauen gewesen sein.
Gegen 22.30 Uhr, nach langer Zugabe ging das mitreissende Musical zu Ende.

Ohne Schlummerdruck gehen Nicole und Rita nie auf den Heimweg.
Auf dem Weg zum Parkhaus wurde ich durch Autos mit Lizenz zum Lärmen begleitet.
Der ganz normale Wahnsinn.

Es wird ein unvergesslicher Abend bleiben.

Rita

Berner Pflaster, ich liebe und hasse dich zugleich

Cheeeeese

Bericht: Marion, Fotos: Stephan


Das GWHF-Treffen vom Februar 2019 stand sprichwörtlich unter dem Motto „Cheeeeeese“. Einerseits, weil uns das Team vom Al Ponte ermöglicht hatte, mit einer gewissen Anzahl an Personen im Fondue-Chalet Einzug zu halten und andererseits, weil man wiederum viele fröhliche und fotogene „Cheeeeeese“-Gesichter sehen konnte.
Ich selbst konnte erstmals seit dem „Rocktoberfest“ vom letzten Jahr wieder einmal an einem Treffen teilnehmen, hatte mich dann aber doch gegen das Fondue-Chalet entschieden, da meine Ration an geschmolzenem Käse für diese „Saison“ bereits erreicht war (so gut es ist, liegt es einem ja bislang schon etwas schwer im Magen).
Die Teilnehmerliste war auch dieses Mal wieder gut gefüllt mit 30 Personen, welche sich fast hälftig auf das Fondue-Chalet und das à la carte Restaurant aufgeteilt hatten. Es waren sowohl altbekannte als auch neue Gesichter anzutreffen und auch ein paar Partnerinnen / Töchter hatten den Weg nach Wangen auf sich genommen.
Die Outfits waren wie üblich bunt gemischt. Vom normalen Street-Style über längere und kürzere Röcke bis hin zu Kleidern und von Uni zu Mustern durch die ganze Farbpalette bis hin zum „Tischer- Print“ war alles vertreten.

Die Diskussionen waren (soweit ich das überblicken konnte) allseits angeregt. Ich selbst hatte am Tisch Gesprächspartnerinnen, mit welchen ich mich bislang noch nicht näher unterhalten hatte und konnte so Durchaus viel Neues kennen lernen. Es ist immer schön, neue Leute kennen zu lernen und zu hören wie ihre Biografien waren / sind und wie diese unser Thema ausleben und welche Erfahrungen (positive wie negative) dabei gemacht wurden / werden. Selbstverständlich wird nicht „nur“ über Frauen- und / oder Transthemen gesprochen sondern über ganz normale Dinge wie Beruf oder Hobbies und manchmal werden auch Fotos vom „männlichen Ich“ in die Runde gereicht und es ist immer wieder erstaunlich, wie komplett verschieden wir „en homme“ und „en femme“ aussehen. Man glaubt zum Teil kaum, dass es ein und dieselbe Person ist.

Ganz besonders hat es mich gefreut, dass ich meine liebe Freundin Lise aus dem Wallis nach längerer Zeit wieder einmal treffen und mich mit ihr unterhalten konnte. Sie war mit zwei Girls aus der Westschweiz da und es freut mich sehr, dass wir unseren regionalen „Einzugsradius“ in diese Richtung ausbauen konnten. Die Kommunikation war zwar (meinerseits) etwas holprig, weil ich schmerzlich feststellen musste, dass meine Französischkenntnisse leider sehr eingerostet sind aber das kann ja Ansporn sein, das wieder einmal aufzufrischen.

Nach dem Abendessen haben sich die beiden Grüppchen dann in der Lounge wieder gefunden und das eine oder andere Getränk fand auch noch den Weg zu uns. Die meisten machten sich dann zwischen halb Elf und halb Zwölf auf den Nachhauseweg und so begab ich mich dann auch auf mein

Hotelzimmer im Al Ponte. Es war wieder ein schönes Treffen und ich hoffe, dass noch viele weitere folgen.

Allen, die hier möglicherweise „nur“ mitlesen aber sich vielleicht noch nicht getraut haben, auch einmal teilzunehmen (es aber gerne möchten) kann ich nur raten: springt über Euren Schatten und tut es einfach. Es ist absolut locker, überhaupt kein Problem und das Personal im Al Ponte ist super nett.

Liebe Grüsse, Eure Marion

Öfter mal was neues

Februartreffen

Bericht: Rita, Fotos: Stephan


Öfter mal was neues Februartreffen An kalten Winterabenden gibt es nichts Schöneres als einen geselligen Fondue-Plausch. Das Fondue Chalet im Alponte bietet das passende Ambiente.
Da wir durch die monatlichen Treffen den Speisesaal und deren Karte gut kennen, wollen 12 Frauen sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und davon profitieren.

Öfter mal was neues.

Das Chalet ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Stimmung ist super. Der Fondueplausch wird seinem Ruf gerecht. Wir setzen uns zu den beiden Appenzeller Burli hin, beide mit Zipfelkappe und Pfeiffe. (Siehe Föteli) Während anfänglicher Skepsis finden sie im Laufe des Abends Gefallen an uns. Sie sprechen wenig, ich würde sie als wortkarg bezeichnen.

Die Bedienung hat alle Hände voll zu tun, Fonduepfannen, Rechaud, Brot, und Beilagen servieren, auch die Gläser wollten gefüllt werden. Während wir, 10 GWHF Frauen, meine Frau und Tochter, die Chäsfonduekarte studieren, meinte ein Burli «chli stinke muess es» Wir wählen die Huusmischung mit Gschwöuti Härdopfu dazu. Andere entscheiden sich gleich für alle Mischungen, das Bier-, das Waud- mit Speck und das chli scharfe Füürwehr-Fondue. Jede bekommt was der Gaumen erfreut. An den Tische wird in den Fondue Caquelons gerührt und nach frischen Fonduebissen gefischt, dazu Wisswy getrunken. Rund um die blubbernden Fonduetöpfe steigt die Stimmung.

Die vielen Heizungen sorgen für wohlige Wärme. Es bleibt genügend Zeit um sich miteinander zu unterhalten und auszutauschen. Diese Gelegenheit nehmen wir wahr. Trotz vollem Bauch, etwas Süsses geht noch rein. Um die Verdauung anzukurbeln versuche ich es mit einem flying Hirsch. Wie es sich bald herausstellen sollte, keine so gute Idee. Den etwas anderen Monatstreff runden wir mit einem Kaffee ab.
Gegen 23.30 Uhr machen sich die Meisten auf den Heimweg.
Jetzt nur noch mit 150 Sachen über den Asphalt brettern dann sind wir wieder zu hause, oder führen ein Gespräch mit der Polizei.

Ein schönes Monatstreffen ging zu Ende.

Nicht verzagen …. fragen, der nächste Fondue Plausch kommt bestimmt.

Rita

Dankeschön

Liebe Damen vom GWHF

Ein weiteres Jahr durfte ich bei den GWHF Monatstreffen im Hotel Alponte wieder mit dabei sein. Für das mir entgegengebrachte Wohlwollen und die vielen gemütlichen Stunden welche ich mit euch verbringe durfte, danke ich euch herzlich. Es machte mir immer wieder grosse Freude euch bei den Treffen zu fotografieren. Seien es Schnappschüsse, Einzel- oder Gruppenfotos jedes Shooting war immer ein Erlebnis und Herausforderung von so vielen schön gestylten, meist langbeinigen Frauen Fotos zu schiessen. Eventuell findest darunter auch dein Traumfoto! Im 2018 kamen dabei 1000 Fotos von etwa 60 Girls zusammen.

Es würde mich freuen wenn ich im 2019 weiterhin viele Föteli von euch machen dürfte.

Liebe Frauen, ich danke euch für die beim Dezembertreffen erhaltene, grosszügige Spende.

Ich habe euch ins Herz geschlossen.

Ich wünsche euch schöne Festtage und ein guter Rutsch ins neue Jahr.

Stephan

Man/frau sollte ja öfters mal etwas Neues ausprobieren.

Bericht: Tamara, Fotos: Stephan


So fuhr ich guten Mutes und klopfenden Herzens mit meinem SUV, wie es sich für eine Lady aus der Grossagglomeration Bern gehört, zu einer Coiffeuse im Berner Breitenrain-Lorraine-Quartier, die mir mit einer guten Lage und einer schönen Website inkl. eleganter Online-Anmeldung aufgefallen war. Ich wurde etwas scheu, aber herzlich begrüsst, auf den Coiffeurstuhl platziert und nach allen Regeln der Kunst mit einem gediegenen Abend-Make-up versehen. Nach einer halbstündigen Fahrt sah ich mich im Restaurant des Al Ponte rund 30 Girls gegenüber. Als ich im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhundets Co-Chefin von GWHF war, waren wir froh, wenn sich ein halbes Dutzend Girls am Monatstreff einfanden. Tja, so ändern sich die Zeiten.
Ich durfte die üblichen Verdächtigen begrüssen, aber auch Claudia, eine alte Bekannte, mit der ich vor zwanzig Jahren, als ich noch jung und schön war, so manche Nacht durchfeierte. Damals gab es noch eine schummrige Bar im Keller des Al Ponte mit viel zu lauter Musik und scheuen Kurschatten, die verstohlene Blicke auf die grossgewachsenen Girls in ihren gewagten Outfits warfen. Ich unterhielt mich mit Claudia bestens über Musik, die sie früher professionell betrieb, und und mit den übrigen Tischnachbarn über das breite Spektrum von Themen, die sich bei einer solchen Vielfalt von Girls aus der ganzen Schweiz und sogar aus Deutschland zwangsläufig ergeben.
Der Abend wurde unterbrochen mit der Vorführung des Films „Genderworld“, einen Zusammenschnitt von Interviews mit Transgendern aus der ganzen Welt. Es war eine spannende Collage von Gesprächen mit Menschen aller Schattierungen. Nach dem Film genossen wir noch ein kräftiges Dessert, das sich dank des eng geschnürten Korsetts zunächst nicht auf meinen Hüften bemerkbar machte, und gegen Mitternacht fuhr ich satt und glückstrunken wieder in mein kleines, aber feines Dorf zurück.

Tamara

 

Rocktoberfest 2018

Bericht: Rita, Fotos: Stephan


Wer am Samstag 6. Oktober 2018 zum Monatstreffen in den Festsaal vom Hotel Alponte kam, traf auf 33 Frauen und zwei Männer. Ein Fest also fast ohne Vertreter des männlichen Geschlechts! Wie sich an den Tischkarten zeigte war es das Rocktoberfest. Ein GWHF-Fest mit vielfältiger Musik und schönem Ambiente. Fast die ganze Kleidervielfalt der Mode für trendige Damen wurde abgedeckt: Etui Kleider, festliche Minis, Dirndl und Vintage Kleid, alles was das Fashionherz begehrt.
Allerdings passten die tiefen Stimmen der Frauen nicht so richtig zum Styling. Wen wunderts; es ist ein Fest einer Transgender-Vereinigung. Trotz dieser Besonderheit unterschied sich die Art, wie an diesem Abend gefeiert wurde, in keiner Weise von Events der „Normalos“Wie ein Paukenschlag eröffneten 19 Uhr zwei Dudelsackspieler das Fest. Dazu haben sie sich in Schale geschmissen oder wie der Schotte sagt in den Kilt. Ihre musikalischen Darbietungen begeisterten uns. Ihr Fachwissen stellten sie unter Beweis als sie uns erklärten wie man die aus einem Ledersack und mehreren Pfeifen bestehende «Sackpfeife» spielt. Es hörte sich kompliziert an. Dudelsack spielen -viel Puste für die schottische Seele.

Brezn, Weisswürste und süsser Senf – typisch fürs Oktoberfest wie Lederhose und Dirndl, durften auch beim GWHF Rocktoberfest nicht fehlen.

Rita führte durch den Abend, moderierte in langem blauen Rock und langen blonden Haaren.

Dann begann der Unterhaltungsteil für den Peter ihre eigene Soundanlage mit Beleuchtung und Lightshow lange vor dem Fest aufgebaut hatte.

Für gute Stimmung, Unterhaltungs- und Tanzmusik sorgte dann DJ Peter. Mit seiner extrem grossen CD Sammlung erfüllte er viele Musikwünsche aller Musikrichtungen. Dazwischen trug Stefanie, trotz Erkältung, zwei Titel mit heiser Stimme und viel Herz vor.

Auch das Kulinarische kam nicht zu kurz. Bei Salat, Reis Casimir und feinem Dessert blieb viel Zeit für Gespräche.
Die vielen Räume boten dann Gelegenheit, sich auch ausserhalb des Festsaales um sich mit der einen oder anderen Freundin zu unterhalten.
Auch Gelegenheit für die unverzichtbare Kippe gibt es.
Auch der Fotograf war stets zur Stelle und auf der Suche nach Bilder mit schönen Motiven.

Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen Mitwirkenden bedanken.

  • Besonderer Dank gilt der Andrea, die den Rocktoberfest Apéro mit Weisswürsten und Brezel sponserte.
  • Dank auch dem Dudelsack-Duo welches uns mit ihren Darbietungen begeisterte.
  • Weiterer Dank geht auch an Stefanie, für die uns mit heiser Stimme vorgetragenen Lieder.
  • Zuletzt Dank an DJ Peter der für gute Stimmung, Unterhaltungs- und Tanzmusik sorgte. Die Beleuchtung stimmte, die Lautstärke und natürlich auch die Musikauswahl.

Das Fest war wieder viel zu schnell vorüber
23.45 musste der DJ Peter die Verstärker ausschalten und das Rocktoberfest beenden, im Alponte war Polizeistunde.

Es war ein tolles Fest mit guter Stimmung, mit zu kleiner Anzahl Teilnehmerinnen.

Wir hoffen, dass dieses Fest in eurer Erinnerung weiterleben wird.

Rita

Impressionen vom Rocktoberfest

Petra wird 2.5 Jahre alt

eine erlebnisreiche Zeit

Am 18. Juni 2016 hat sich mein Leben grundlegend geändert, Petra wurde geboren. An diesemTag war ich das erste Mal als weibliche Person im Blue Cat in Bern. Stephan hat mich über SocialMedia zu diesem Schritt gedrängt und mich auch im Parkhaus abgeholt. Im Blue Cat traf ich dann zum ersten mal Regina. In der Gruppe verlor ich mehr und mehr meine Angst mich zu zeigen. Es wurde da vom nächsten GWHF Treffen am ersten Wochenende im Juli 2016 gesprochen. Ich war neugierig und wollte unbedingt auch einmal dabei sein. Wie wahrscheinlich bei allen „Erst Gästen“ war ich nervös und dachte, wenn das nur gut geht. Im Restaurant sind da so viele andere Gäste die mich sicher anschauen und auslachen. Ob es so war weiss ich nicht mehr, aber ich habe einfach weggeschaut.

Im Februar 2017 habe ich mich bei Frau und Kindern geoutet (lebe alleine) und das übliche Unverständnis erfahren. Eine Woche nach diesem Outing fanden im Al Ponte die Aufnahmen für die SRF DOK „Die Seele des Geschlechts“ statt. Mutig setzte ich mich an den Tisch mit den Personen die ev. im Film zu sehen waren. In der ausgestrahlten Sendung waren dann sogar zwei Aussagen von mir enthalten. Ich wurde wegen meiner Stimme erkannt und erhielt viele positive Kommentare. Fortan war für mich das GWHF Treffen ein „must“. Nicht weil ich Kompliment erhalten wollte sondern vielmehr weil ich spürte, dass ich den Weg zu meiner Wunsch Identität weiter gehen werde. Die Gespräche waren für mich jeweils eine Lernstunde wie man auf andere Menschen zugeht, wie man andere verstehen kann auch wenn Sie nicht dem eigenen Wunschbild entsprechen.

Ich erlebe nicht zuletzt wegen diesen Gesprächen eine neue interessante Phase meines Lebens. Anfangs Saison 2018 habe ich mich in meiner Senioren (Männer) Tennisgruppe als Petra geoutet. Anfangs mit viel Bewunderung. Später merkte ich, dass das bei vielen nur Fassade war und im Hintergrund mehr Unverständnis vorhanden ist. Mein gewonnenes Selbstvertrauen hilft mir solche Situationen ohne Schaden zu überstehen. Bei den Frauen war ich vorher schon geoutet und grössten Teils akzeptiert. Ein noch unlösbares Problem ist die Hygiene bei Reihen Duschen. Dusche ich bei den Männern werde ich wegen meinen Brüsten ausgelacht, bei den Frauen ist mein Penis ein Problem. Im Moment gehe ich nach Hause, oder setzte mich ungeduscht an denTisch.

Ich möchte der Gemeinschaft von Trans- und Crossdresser Menschen helfen die Akzeptanz in der Gesellschaft zu verbessern. Aus diesem Grund habe ich mich als Transfrau in den Vorstand des HAB (Homosexuelle Arbeitsgruppe Bern) wählen lassen. Ich betreue dort Projekte für eine LGBT(Lesben-, Gay-, Bi- und Transpersonen) Position des HAB . Ich habe in dieser Gemeinschaft erfahren, wie herzlich Schwule- und Lesben zu Transmenschen sein können.
Um anderen Mut zu machen, habe ich am 12. August 2018 im Gay Radio (Internet) ein Interview über mein Leben gegeben. Der Link befindet sich auf Soundcloud.

Der frühere Bericht von Rita über Ihre Klassenzusammenkunft hat mir Mut gemacht und ich habe mich zum ersten mal seit über 40 Jahren mit meinen Tech- Kollegen (HTL Brugg-Windisch) getroffen. Sie haben mich nach einer entsprechenden schriftlichen Voranmeldung gut aufgenommen mit dem Nachsatz „aber es ist schon gewöhnungsbedürftig“.

Ich werde von Personen häufig auf alle die Fälle einer Transition angesprochen die schlecht oder nicht zur Zufriedenheit der betreffenden Personen enden. Es ist leider so, die Presse hebt alles Negative hervor, das Positive ist selbstverständlich. Ich habe viel überlegt warum vor allem junge Menschen nach einer Transition (mit GA OP) sich im Leben nicht mehr zurecht finden. Sie haben Probleme vor der Transition und erhoffen sich danach eine Lösung. Vergessen dabei, dass Sie die Probleme in Ihre vermeintlich neue Welt mitnehmen. In dieser Hinsicht sollte von professionellen Betreuern mehr auf diesen Punkt geachtet werden.

Ich erlebe die wunderschönste und glücklichste Phase meine Lebens und möchte mit Gesprächen anderen Trans Personen helfen.

Euere authentische Petra

Eine lange Reise

Bericht: Janina, Fotos: Stephan


Lag es am schönen Wetter oder an der Ferienzeit? Bei den Treffen im Juli und August fanden nicht ganz so viele von uns den Weg nach Wangen wie meistens. Mit etwa zwanzig Girls war es nicht ganz so voll wie sonst – eine gute Gelegenheit, einmal längere Gespräche zu führen und vielleicht auch neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Für mich war es auch eine Gelegenheit, über den Weg zu reflektieren, der mich zu GWHF geführt hat und den ich in den 15 Monaten, die ich nun ziemlich regelmäßig dabei bin, zurück gelegt habe. Gut erinnere ich mich an mein erstes Treffen, meine Nervosität, meine Angst, wie ich meine Hände versuchte, zu verstecken und wie mich Gina und Jenny liebevoll unter ihre Fittiche nahmen. Wie viel hat sich seitdem verändert. Zögernde nächtliche Ausflüge vor die Haustür gibt es nicht mehr, stattdessen freundlicher Smalltalk mit der Kassiererin bei Migros, Treffen mit Freunden im Café und Besuche im Kino und von Vorträgen.

Es ist eine lange Reise, die sicher noch lange nicht beendet ist. Wann hat sie begonnen? Ein Sommermorgen im Jahr 1973 kommt mir in den Sinn. Ich bin gerade in die erste Klasse gekommen und sehe meine Mitschülerin Monika im kurzen Röckchen ins Klassenzimmer kommen und denke bei mir: Warum darf ich mich nicht so anziehen? Schnell schiebe ich den Gedanken weg und doch kann ich mich nicht recht dagegen wehren: Ich sehe die Mädchen miteinander sprechen und spielen und will zu ihnen gehören, aber das geht ja nicht, das darf nicht sein. Unter den Jungs heißt Mädchen sein in erster Linie viel zu flennen, Haare zu ziehen und feige zu sein. Bin ich der einzige, der sieht, dass das einfach nicht stimmt? Warum mag ich es nicht, wenn abschätzig von den Weibern gesprochen wird?
Alle diese Gedanken werden fein säuberlich verschlossen, glaube ich – richtig dazu gehören tue ich aber bei den Jungs trotzdem nicht. Irgendwie tue und sage ich immer wieder Dinge, die unpassend sind. Mit den Jahren werde ich besser im Schauspielern, nur wenn ich alleine bin, lasse ich die falschen Gedanken zu. Mit dem Beginn der Pubertät wird alles noch komplizierter: Ich bin genauso scharf auf Mädchen wie die anderen Jungs, sehe mich aber vor meinem inneren Auge aber selbst immer wieder als weiblich.

Wenn es beim Fasching oder bei Kostümpartys eine Gelegenheit gibt, ein Kleid zu tragen, bin ich sofort dabei. Nach außen ist es ein Spaß, für mich ist es ernst. Verstehen tue ich allerdings nichts, es gibt kein Internet und niemand, mit dem ich mich traute, zu sprechen. Nur in meinem Jugendlexikon gibt es den Begriff Transsexualität. Für mich klingt die Beschreibung aber zu klinisch, zu abstrakt um sie mit dem Gefühlschaos in meiner Seele in Einklang zu bringen. Was ich dort und später anderswo lese, überzeugt mich allerdings, dass ich auf keinen Fall transsexuell (den Begriff Transgender gab es ja noch lange nicht) sein kann, denn überall steht, dass sich Trans-Menschen sexuell zu ihrem Geburtsgeschlecht hingezogen fühlen. So unsicher ich mir mit meiner Identität bin, so sicher bin ich mir bei meiner Orientierung, die auch von praktischen Erfahrungen bestätigt wird.
Der Schritt ins Erwachsen-Werden lässt Vieles in den Hintergrund treten: Studium, Geldnot, Arbeit, Ablösung vom Elternhaus und eine frühe Heirat lassen kaum Raum für Selbstfindung und doch zeigt sich schnell, dass nicht alles so ist, wie es sein soll. So gut wie sich meine Frau und ich uns auf freundschaftlicher Ebene verstehen und so gut der Sex ist, so sehr häufen sich die Konflikte. In der Rückschau ging es dabei immer wieder um Rollenverhalten, klar sehen konnten wir das beide nicht. Mit den Jahren wächst das gegenseitige Missverstehen, ich schiebe es jedoch auf externe Faktoren: den Tod unserer beiden Väter, die vielen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Ein tiefer Einschnitt kommt, als ich eine Arbeit in London annehme und wir scheinbar in einer bürgerlichen Existenz ankommen. Schnell fällt die Entscheidung, Kinder zu bekommen doch es würde noch Jahre dauern, bis es dazu kam. In der Zwischenzeit kamen auch wieder die Fragen nach meiner Identität auf und ich hatte scheinbar eine Antwort auf die Frage gefunden, was ich denn nun sei: Ich hielt meine Gefühle für den Ausdruck einer fetischistischen Neigung, die ich allerdings nicht vorhatte auszuleben.

Die Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen, belasteten unsere Beziehung zunehmend, als die biologische Uhr langsam aber sicher zu ticken begann. Der Umzug meiner Firma von Großbritannien in ein Schweizer Steuerparadies und die Eingewöhnung in eine neue, nun recht ländliche und in vieler Hinsicht fremdartige Umgebung, lenkten eine Weile ab. In dieser Zeit entdeckte ich die Möglichkeit, eine virtuelle weibliche Identität anzunehmen, was ich sehr genoss und mir immer wieder half, die depressiven Schübe, die mich seit jeher begleiteten, zu verdrängen.
Weder die Flucht in imaginäre Welten, noch die Geburt meiner Tochter, ein Hauskauf und schließlich die meines Sohnes konnten verhindern, dass mein Leben immer mehr außer Kontrolle geriet. Im Dauerstress zwischen Arbeit und Familie jagte eine Krise die nächste. Tief greifende Veränderungen in der Firma zu meinem Nachteil und der Krebstod meines besten Freundes taten ihr Übriges. Erholung fand ich nur, wenn ich in privaten Momenten in eine andere, weibliche, Rolle schlüpfen konnte – inzwischen hatte ich auch heimlich Kleider und Schuhe gekauft.

Der völlige Zusammenbruch kam, als ich innerhalb weniger Wochen meine Arbeit verlor und von meiner Frau vor die Tür gesetzt wurde. Dass sie in dieser Zeit auch meine Frauenkleider entdeckt hatte, war dabei allerdings nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Während des Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik entschloss ich mich, mich meinen Neigungen zu stellen. Da ich meine Genderdisphorie zu dieser Zeit noch für einen Kleiderfetisch hielt, suchte ich den Kontakt zur entsprechenden Szene, bemerkte aber schnell, dass dies nicht meine Welt ist. In dieser Zeit entdeckte ich zum Glück GWHF und entdeckte, dass ich nicht so alleine war, wie ich immer geglaubt hatte.
Dank euch habe ich gelernt, wie viele Facetten Transgender-Sein haben kann und dass auch wenn ich nach wie vor hohe Absätze und kurze Kleidchen liebe, dieses nicht das Wesen meiner speziellen Ausprägung ausmacht. Ich habe gelernt, mich nicht zu schämen, wenn ich als Trans-Mensch gesehen werde.
Wie es weiter geht, weiß ich noch nicht, insbesondere nicht, ob ich mir den Schritt zur vollständigen Transition zutraue und ob er der richtige für mich ist. Zunächst gilt es für mich, wieder mein Leben insgesamt in den Griff zu bekommen. Zwei Dinge weiß ich aber mit Sicherheit: Ganz zurück will ich und kann ich nicht mehr und dass ich mich noch auf viele Treffen mit euch allen freue.

Eure Janina