Archiv der Kategorie: Bericht

Petra wird 2.5 Jahre alt

eine erlebnisreiche Zeit

Am 18. Juni 2016 hat sich mein Leben grundlegend geändert, Petra wurde geboren. An diesemTag war ich das erste Mal als weibliche Person im Blue Cat in Bern. Stephan hat mich über SocialMedia zu diesem Schritt gedrängt und mich auch im Parkhaus abgeholt. Im Blue Cat traf ich dann zum ersten mal Regina. In der Gruppe verlor ich mehr und mehr meine Angst mich zu zeigen. Es wurde da vom nächsten GWHF Treffen am ersten Wochenende im Juli 2016 gesprochen. Ich war neugierig und wollte unbedingt auch einmal dabei sein. Wie wahrscheinlich bei allen „Erst Gästen“ war ich nervös und dachte, wenn das nur gut geht. Im Restaurant sind da so viele andere Gäste die mich sicher anschauen und auslachen. Ob es so war weiss ich nicht mehr, aber ich habe einfach weggeschaut.

Im Februar 2017 habe ich mich bei Frau und Kindern geoutet (lebe alleine) und das übliche Unverständnis erfahren. Eine Woche nach diesem Outing fanden im Al Ponte die Aufnahmen für die SRF DOK „Die Seele des Geschlechts“ statt. Mutig setzte ich mich an den Tisch mit den Personen die ev. im Film zu sehen waren. In der ausgestrahlten Sendung waren dann sogar zwei Aussagen von mir enthalten. Ich wurde wegen meiner Stimme erkannt und erhielt viele positive Kommentare. Fortan war für mich das GWHF Treffen ein „must“. Nicht weil ich Kompliment erhalten wollte sondern vielmehr weil ich spürte, dass ich den Weg zu meiner Wunsch Identität weiter gehen werde. Die Gespräche waren für mich jeweils eine Lernstunde wie man auf andere Menschen zugeht, wie man andere verstehen kann auch wenn Sie nicht dem eigenen Wunschbild entsprechen.

Ich erlebe nicht zuletzt wegen diesen Gesprächen eine neue interessante Phase meines Lebens. Anfangs Saison 2018 habe ich mich in meiner Senioren (Männer) Tennisgruppe als Petra geoutet. Anfangs mit viel Bewunderung. Später merkte ich, dass das bei vielen nur Fassade war und im Hintergrund mehr Unverständnis vorhanden ist. Mein gewonnenes Selbstvertrauen hilft mir solche Situationen ohne Schaden zu überstehen. Bei den Frauen war ich vorher schon geoutet und grössten Teils akzeptiert. Ein noch unlösbares Problem ist die Hygiene bei Reihen Duschen. Dusche ich bei den Männern werde ich wegen meinen Brüsten ausgelacht, bei den Frauen ist mein Penis ein Problem. Im Moment gehe ich nach Hause, oder setzte mich ungeduscht an denTisch.

Ich möchte der Gemeinschaft von Trans- und Crossdresser Menschen helfen die Akzeptanz in der Gesellschaft zu verbessern. Aus diesem Grund habe ich mich als Transfrau in den Vorstand des HAB (Homosexuelle Arbeitsgruppe Bern) wählen lassen. Ich betreue dort Projekte für eine LGBT(Lesben-, Gay-, Bi- und Transpersonen) Position des HAB . Ich habe in dieser Gemeinschaft erfahren, wie herzlich Schwule- und Lesben zu Transmenschen sein können.
Um anderen Mut zu machen, habe ich am 12. August 2018 im Gay Radio (Internet) ein Interview über mein Leben gegeben. Der Link befindet sich auf Soundcloud.

Der frühere Bericht von Rita über Ihre Klassenzusammenkunft hat mir Mut gemacht und ich habe mich zum ersten mal seit über 40 Jahren mit meinen Tech- Kollegen (HTL Brugg-Windisch) getroffen. Sie haben mich nach einer entsprechenden schriftlichen Voranmeldung gut aufgenommen mit dem Nachsatz „aber es ist schon gewöhnungsbedürftig“.

Ich werde von Personen häufig auf alle die Fälle einer Transition angesprochen die schlecht oder nicht zur Zufriedenheit der betreffenden Personen enden. Es ist leider so, die Presse hebt alles Negative hervor, das Positive ist selbstverständlich. Ich habe viel überlegt warum vor allem junge Menschen nach einer Transition (mit GA OP) sich im Leben nicht mehr zurecht finden. Sie haben Probleme vor der Transition und erhoffen sich danach eine Lösung. Vergessen dabei, dass Sie die Probleme in Ihre vermeintlich neue Welt mitnehmen. In dieser Hinsicht sollte von professionellen Betreuern mehr auf diesen Punkt geachtet werden.

Ich erlebe die wunderschönste und glücklichste Phase meine Lebens und möchte mit Gesprächen anderen Trans Personen helfen.

Euere authentische Petra

Eine lange Reise

Bericht: Janina, Fotos: Stephan


Lag es am schönen Wetter oder an der Ferienzeit? Bei den Treffen im Juli und August fanden nicht ganz so viele von uns den Weg nach Wangen wie meistens. Mit etwa zwanzig Girls war es nicht ganz so voll wie sonst – eine gute Gelegenheit, einmal längere Gespräche zu führen und vielleicht auch neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Für mich war es auch eine Gelegenheit, über den Weg zu reflektieren, der mich zu GWHF geführt hat und den ich in den 15 Monaten, die ich nun ziemlich regelmäßig dabei bin, zurück gelegt habe. Gut erinnere ich mich an mein erstes Treffen, meine Nervosität, meine Angst, wie ich meine Hände versuchte, zu verstecken und wie mich Gina und Jenny liebevoll unter ihre Fittiche nahmen. Wie viel hat sich seitdem verändert. Zögernde nächtliche Ausflüge vor die Haustür gibt es nicht mehr, stattdessen freundlicher Smalltalk mit der Kassiererin bei Migros, Treffen mit Freunden im Café und Besuche im Kino und von Vorträgen.

Es ist eine lange Reise, die sicher noch lange nicht beendet ist. Wann hat sie begonnen? Ein Sommermorgen im Jahr 1973 kommt mir in den Sinn. Ich bin gerade in die erste Klasse gekommen und sehe meine Mitschülerin Monika im kurzen Röckchen ins Klassenzimmer kommen und denke bei mir: Warum darf ich mich nicht so anziehen? Schnell schiebe ich den Gedanken weg und doch kann ich mich nicht recht dagegen wehren: Ich sehe die Mädchen miteinander sprechen und spielen und will zu ihnen gehören, aber das geht ja nicht, das darf nicht sein. Unter den Jungs heißt Mädchen sein in erster Linie viel zu flennen, Haare zu ziehen und feige zu sein. Bin ich der einzige, der sieht, dass das einfach nicht stimmt? Warum mag ich es nicht, wenn abschätzig von den Weibern gesprochen wird?
Alle diese Gedanken werden fein säuberlich verschlossen, glaube ich – richtig dazu gehören tue ich aber bei den Jungs trotzdem nicht. Irgendwie tue und sage ich immer wieder Dinge, die unpassend sind. Mit den Jahren werde ich besser im Schauspielern, nur wenn ich alleine bin, lasse ich die falschen Gedanken zu. Mit dem Beginn der Pubertät wird alles noch komplizierter: Ich bin genauso scharf auf Mädchen wie die anderen Jungs, sehe mich aber vor meinem inneren Auge aber selbst immer wieder als weiblich.

Wenn es beim Fasching oder bei Kostümpartys eine Gelegenheit gibt, ein Kleid zu tragen, bin ich sofort dabei. Nach außen ist es ein Spaß, für mich ist es ernst. Verstehen tue ich allerdings nichts, es gibt kein Internet und niemand, mit dem ich mich traute, zu sprechen. Nur in meinem Jugendlexikon gibt es den Begriff Transsexualität. Für mich klingt die Beschreibung aber zu klinisch, zu abstrakt um sie mit dem Gefühlschaos in meiner Seele in Einklang zu bringen. Was ich dort und später anderswo lese, überzeugt mich allerdings, dass ich auf keinen Fall transsexuell (den Begriff Transgender gab es ja noch lange nicht) sein kann, denn überall steht, dass sich Trans-Menschen sexuell zu ihrem Geburtsgeschlecht hingezogen fühlen. So unsicher ich mir mit meiner Identität bin, so sicher bin ich mir bei meiner Orientierung, die auch von praktischen Erfahrungen bestätigt wird.
Der Schritt ins Erwachsen-Werden lässt Vieles in den Hintergrund treten: Studium, Geldnot, Arbeit, Ablösung vom Elternhaus und eine frühe Heirat lassen kaum Raum für Selbstfindung und doch zeigt sich schnell, dass nicht alles so ist, wie es sein soll. So gut wie sich meine Frau und ich uns auf freundschaftlicher Ebene verstehen und so gut der Sex ist, so sehr häufen sich die Konflikte. In der Rückschau ging es dabei immer wieder um Rollenverhalten, klar sehen konnten wir das beide nicht. Mit den Jahren wächst das gegenseitige Missverstehen, ich schiebe es jedoch auf externe Faktoren: den Tod unserer beiden Väter, die vielen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Ein tiefer Einschnitt kommt, als ich eine Arbeit in London annehme und wir scheinbar in einer bürgerlichen Existenz ankommen. Schnell fällt die Entscheidung, Kinder zu bekommen doch es würde noch Jahre dauern, bis es dazu kam. In der Zwischenzeit kamen auch wieder die Fragen nach meiner Identität auf und ich hatte scheinbar eine Antwort auf die Frage gefunden, was ich denn nun sei: Ich hielt meine Gefühle für den Ausdruck einer fetischistischen Neigung, die ich allerdings nicht vorhatte auszuleben.

Die Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen, belasteten unsere Beziehung zunehmend, als die biologische Uhr langsam aber sicher zu ticken begann. Der Umzug meiner Firma von Großbritannien in ein Schweizer Steuerparadies und die Eingewöhnung in eine neue, nun recht ländliche und in vieler Hinsicht fremdartige Umgebung, lenkten eine Weile ab. In dieser Zeit entdeckte ich die Möglichkeit, eine virtuelle weibliche Identität anzunehmen, was ich sehr genoss und mir immer wieder half, die depressiven Schübe, die mich seit jeher begleiteten, zu verdrängen.
Weder die Flucht in imaginäre Welten, noch die Geburt meiner Tochter, ein Hauskauf und schließlich die meines Sohnes konnten verhindern, dass mein Leben immer mehr außer Kontrolle geriet. Im Dauerstress zwischen Arbeit und Familie jagte eine Krise die nächste. Tief greifende Veränderungen in der Firma zu meinem Nachteil und der Krebstod meines besten Freundes taten ihr Übriges. Erholung fand ich nur, wenn ich in privaten Momenten in eine andere, weibliche, Rolle schlüpfen konnte – inzwischen hatte ich auch heimlich Kleider und Schuhe gekauft.

Der völlige Zusammenbruch kam, als ich innerhalb weniger Wochen meine Arbeit verlor und von meiner Frau vor die Tür gesetzt wurde. Dass sie in dieser Zeit auch meine Frauenkleider entdeckt hatte, war dabei allerdings nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Während des Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik entschloss ich mich, mich meinen Neigungen zu stellen. Da ich meine Genderdisphorie zu dieser Zeit noch für einen Kleiderfetisch hielt, suchte ich den Kontakt zur entsprechenden Szene, bemerkte aber schnell, dass dies nicht meine Welt ist. In dieser Zeit entdeckte ich zum Glück GWHF und entdeckte, dass ich nicht so alleine war, wie ich immer geglaubt hatte.
Dank euch habe ich gelernt, wie viele Facetten Transgender-Sein haben kann und dass auch wenn ich nach wie vor hohe Absätze und kurze Kleidchen liebe, dieses nicht das Wesen meiner speziellen Ausprägung ausmacht. Ich habe gelernt, mich nicht zu schämen, wenn ich als Trans-Mensch gesehen werde.
Wie es weiter geht, weiß ich noch nicht, insbesondere nicht, ob ich mir den Schritt zur vollständigen Transition zutraue und ob er der richtige für mich ist. Zunächst gilt es für mich, wieder mein Leben insgesamt in den Griff zu bekommen. Zwei Dinge weiß ich aber mit Sicherheit: Ganz zurück will ich und kann ich nicht mehr und dass ich mich noch auf viele Treffen mit euch allen freue.

Eure Janina

Nicole und Rita beim Car Festival

Bericht: Rita, Fotos: Rita


Es regnete und regnete immer stärker je näher Nicole und ich (Rita) uns Aarburg näherten. Wir wollen zur Route 66, ein Old Car Festival mit vielen live Bands, ausgeflippten Bars, schönen Pinupgirls und wunderschönen Oldtimer.
Nach dem Parken kommen wir mit dem Shuttlebus nach kurzer Fahrzeit auf dem Festivalgelände an. Es hat zwischenzeitlich fast aufgehört zu regnen. Der Wettergott Zadik meinte es trotzdem nicht gut mit uns, die Sonne zeigte er uns nicht.
Die ca 700 Oldtimer, meist us cars, weckte bei uns schöne Erinnerungen. Mit ihrer Technik sind wir bestens vertraut. Ein Mustang Fahrer erzählte uns eine never ending story von seinem Auto. Er pflege und hätscheln es und investieren sehr viel Geld. Oldtimer gehören zu den beliebtesten Fahrzeugen und seien eine gute Geldanlage.
Angetan haben es uns auch Pinupgirls. Ihr Styling, ihr bezauberndes Lächeln und ihre charmante Art faszinierte uns.
Sie haben mich ganz schön durcheinander gebracht.
Mit ihnen zusammen würde wir soooo gerne Fötelis machen!
Ohne zu zögern willigten sie ein.
Wir haben fast vergessen warum wir eigentlich nach Aarburg gefahren sind. Nicole und ich gehen auf die Suche nach Rockabilly Kleidung, Röcke mit Petticoats. Trotz dem grossen Angebot und der guten Beratung wurden wir nicht fündig.
Es war so schön, wir wurden immer als Frauen akzeptiert und nicht krumm angeschaut. Beim nächsten Festival wird der Petticoat mit dabei sein, logo in Kurzversion.
Der Hunger plagte uns. Wie beschliessen, dass wir zum Essen nach Luzern fahren werden.
Im Weissen Kreuz, mitten in der Altstadt, fanden wir ein schönes Plätzli. Mit einem guten Essen runden wir den Abend ab. Mitternacht bin ich wieder zuhause
Das isch no rächt id Bei gange und ich mues sägä, bi am Schluss schön gschlucht gsi. Bin jetzt müed richtig richtig müed.

 

 

Weiter Fotos vom Car Festival

Zu Fuss und mit Schiff in Zürich

Bericht: Stadtführerin Rita / Fotos: Stephanie, Rita, Internet


Dieser kulturelle Rundgang
wird uns Einblick in die ereignisreiche Geschichte von Zürichs Innenstadt geben.

Rundgang mit Rita
Vom Zürich HB aus machen wir uns zu viert auf den Weg durch die Zürcher Innenstadt.
Kaum losgelaufen stehen wir vor dem Alfred Escher Denkmal. Er war der Gründer der CS und Förderer der Gotthartbahn. Im Hintergrund sieht man das Herzstück der Stadt Zürich, die Bahnhofstrasse. Diese Prachtstrasse geniesst weltweit einen exzellenten Ruf, weil sie Erstklassigkeit, Eleganz, Tradition und Qualität an einer Strasse vereint.

 

Da es Nina zu heiss ist, steuern wir auf direktem Weg das Rooftop Restaurant, im 6. Stock vom Modehaus Modissa, an. Nach der wohltuenden Abkühlung und unvergleichlichem Blick über die Dächer von Zürich machen wir uns auf dem Weg zum ehemaligen Dominikanerinnen Kloster Oetenbach. 1974 wurde es in Parkhaus Urania umbenannt.

 

Wir sind im Herz der Stadt Zürich
Nach einem kleinen Anstieg stehen wir auf der Lindenhof- Terrasse, eine Kuppe mitten im Herzen der Stadt. Unter den grossen Linden finden wir auf einem Bänkli Schutz vor der brennenden Sonne und geniessen dabei die Aussicht auf die Limmat und die Altstadt. Meine langen Haare kann ich trotz der grossen Hitze unbeschwert geniessen, auch das Makeup ist noch tadellos. Blicke und Föteli der vielen Touristen sind uns gewiss. Ich hoffe das wird sich bald einmal ändern. Wir müssen sichtbar sein.
Der Rundgang geht weiter Richtung St. Peterkirche, eine der drei Altstadtkirchen die die Silhouette von Zürich prägen. Sie trägt das grösste Zifferblatt Europas.

 

Fraumünster, Grossmünster
Beim einzigen wirklichen Platz in der Zürcher Altstadt, dem Münsterhof, steht das Fraumünster mit den weltberühmten Fenstern von Chagall und Giacometti. Gleich daneben ist das Stadthaus, in welchem ich vor Jahren in einem der vielen Trauzimmer heiratete. Der Minirock musste damals einer Schale den Vorrang geben.
Nach dem Überqueren der Münsterbrücke und dem Limmatquai stehen wir vor dem Grossmünster. Seine charakteristischen Doppeltürme sind das eigentliche Wahrzeichen Zürichs. Seit Beginn die Reformation ist sie eine evangelische Kirche.
Im Innern der Kirche ist es mit ca 16 Grad eher kalt, also genau der richtige Ort, um sich nach der grossen Anstrengung -20 Höhenmeter bei 30 Grad- abzukühlen. Da ein Girl schon seit längere Zeit im roten Bereich unterwegs ist, habe ich die 187 Tritte hinauf zur Aussichtsplattform gestrichen.
Ein Ort voller Geschichten
Den Rundgang beenden wir mit dem Weg durchs Niederdörfli dem Amüsierviertel Zürichs. Neben unzähligen Bars und Restaurants gehen wir auch an Kinos, Läden und Clubs vorbei. Das schmälste Gässli im Dörfli ist 110 cm breit. Strassenstrich gibt es im Dörfli seit 2.5 Jahren keinen mehr, ist verboten.

 

Schon gewusst?
Die Limmat entspringt im Kanton Glarus als Linth, bringt frisches Wasser aus den Alpen in die Stadt und ist seit Jahrhunderten die Lebensader der Stadt Zürich.

 

Zürich mit dem Limmatschiff
Die flachen Limmatboote lassen uns Zürich auf dem Wasser erleben. Unter sieben Brücken müssen wir durch um auf dem Zürcher «Hausfluss» der Limmat zum Ostufer des Seebeckens, dem Zürihorn zu gelangen.

 

Schade, die einst verschmähte klappernde und quitschende Krachmaschine von Tinguely, die Heureka, macht Pause.

 

Beine baumeln lassen
Im Restaurant Lake Side bekommen wir vier «erschöpfte» Frauen als Lohn für die Leistungen ein schönes Tischli. Nach der Menuewahl freute ich mich auf das Update. Haare bürsten,Makeup auffrischen und frisch machen. Frau will gut aussehen. Dann endlich die Beine baumeln lassen und das feine Essen geniessen, was will Frau mehr. Erholung pur!
 
Nach Hause
Es ist schnell 22 Uhr. Das letzte Limmatschiff haben wir verpasst, es ist 21 Uhr abgefahren. Die letzten 500 Meter zu Fuss bis zur Tramstation schaffen wir auch noch. Dank dem regen Tramverkehr kommen wir schnell beim Meeting Point im HB an. Während Nina und Stephanie auf der Heimfahrt sind, gehen Nicole und ich an der Zürcher Ausgehmeile noch ein Bier schnappen. So gut. So wunderbar kühl war es. Der Sommer ist definitiv die Zeit, um draussen zu sein und Abenteuer zu erleben!

 

Ich sehe auf die Uhr, es ist 24 Uhr und Polizeistunde.
Ein schöner Tag geht zu Ende.
Ich hoffe im Jahr 2019 werden mehr interessierte Frauen mit dabei sein.

 

Zwei Frauen mit Benzin im Blut

Bericht: Rita


Ich komme aus den Feiertagen nicht mehr heraus. Am Donnerstag war Auffahrt und am letztes Wochenende Pfingsten, am 6. Mai war Weltlachtag, am 15. Mai Stocking Day und am 23. Mai teilte ich meinen Geburtstag mit den Schildkröten, es war der World Turtle Day. Für mich persönlich war letzterer allerdings auch noch Tag des lückenhaften Gedächtnisses, schreibe gerade den Bericht von der Tuningmesse.
Nicole und Rita, zwei Frauen mit Benzin im Blut sind nach toller Frühlings- und Fährenfahrt bei der Tuning World Bodensee in Friedrichshafen angekommen.
Wenn es um Technik geht sind Nicole und Rita, beide Technikfreaks, nicht weit. Beim ZF-Stand konnten wir unser technisches Wissen gleich unter Beweis stellen. Die vielen Leute waren verblüfft, das hätten sie Frauen nicht zugetraut.
Die Tuning Show zelebrierte die in langen Nächten mit einer unglaublichen Liebe zum Detail aufgebauten Schrauberkunstwerke. Professionelle Autofreaks als auch Hinterhofschrauber zeigten die hohe Kunst des Individualisierens. Dabei glänzten abgefahrene Lackierungen, handgefertigte Einzelkomponenten und komplett in Eigenregie aufgebaute Fahrzeuge um die Wette.

Trotz der schönen Autos interessierten sich Cis Frauen für mich -sie wollten wissen ob ich die Geschlechtsanpassende OP gemacht habe -ich glaubte ich sei im falschen Film- verlieren junge Frauen den Anstand?

Nach 2 Stunden Glanz und Gloria bekam ich von den Füssen Rückmeldungen. Ein längeres Timeout sorgte für Linderung. Die Messe ist eine Show und ein Wettbewerb, das schönste, alte Blech wurde mittels Showdown gekürt. Ob die eingebaute Schnapsbrennerei im Kofferraum auch Punkte gab? Für meine Schuhe gab es keine, sie waren definitiv die falsche Wahl. Nach 5 Stunden Autoshow hatten wir aber genug.
Auf dem Weg in die Schweiz legten wir In der schönen Altstadt von Radolfzell einen Pit Stopp ein, und liessen den Tag bei gutem Nachtessen Revue passieren. Gegen 24 Uhr war ich zu Hause beim Pflegen der geschundenen Füsse.
Es war wieder ein toller Tag.

Rita

Stephan – der Fotograf

Bericht: Stephan / Fotos: Stephan


Hallo Girls
Es ist Freitag der 4. Mai 2018. Juhui heute ist der 5. Wangen Treff 2018! Auf ihn habe ich mich schon den ganzen Monat riesig gefreut.
Die Planung begann schon am Montag 31. April als mich Sandra für ein vorgängiges Fotoshooting anfragte.
Der 4. Mai begann nicht so gut, bin mit Kopfschmerzen aufgewacht. Am Nachmittag hatte ich es aber dank Tabletten im Griff. Nun musste ich noch schnell ins Büro und danach habe ich Sandra für ein das Fotoshooting getroffen.
Sandra und ich trudelten so um halb sieben Uhr im Alponte ein. Es waren schon einige Girls da. Wie immer war die Begrüssung herzlich; wir sind ja eine grosse Familie. Auch das Personal vom Alponte ist immer zur Stelle um unsere Wünsche zu erfüllen. Ich entdeckte auch einige neue Gesichter; Swenja aus Hamburg und 2 Berufsschülerinnen die eine 10 seitige SVA (Selbständige Vertiefungsarbeit) mit dem Thema Transgender für ihre Abschlussprüfung schreiben.
Nach der Begrüssung machte ich den Fotoapparat für den Einsatz startklar, so dass ich beim ersten Ansturm für die Girls bereit sein werde.

Im Speisesaal setzten wir uns zuvor an die reservierten Tische und warteten auf das Essen. Die Wartezeit verkürzten wir durch interessante Diskussionen. Nach dem sehr guten Essen begab ich mich in die Hotellobby und wartete auf die ersten Girls. Mit Petra habe ich das Shooting gestartet, dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Manchen musste ich ein bisschen gut zu reden, dazu ermutigen. Da das Wetter gut war konnte ich auch draussen fotografieren, was viel Spass machte. Als der Ansturm abflachte, gönnte ich mir noch ein Dessert. Im Laufe des Abends bildeten sich einige Gruppen bei denen meist über Frauenthemen diskutiert wurde. Um elf Uhr begann Nina, die freundliche Servicefachangestellte, mit dem Einkassieren. Kurz danach verabschiedeten sich einige, da sie ein Haus weiter zu ziehen wollen. Ein Kern von 10 Girls setzte sich in die Lobby und machte es sich gemütlich. Logisch, wo GWHF-Frauen sind wird angeregt diskutiert.

Ich habe mich auch mit Fräulein Rita sehr gut unterhalten. Zur vorgerückter Zeit, ich weiss nicht mehr wieviel Uhr es war, machten sich alle ausser einem Girl auf den Heimweg. Es verbrachte die Nacht im Hotel Alponte.
Ich durfte wieder mit Petra mitfahren, Danke!
Zuhause angekommen startete ich den PC und speicherte die Bilder von der Cam im GWHF Ordner. Jetzt noch schnell die Bilder auf Mydrive laden. Fertig, bin geschafft und zufrieden. Es war ein schöner, viel zu kurzer Tag. Bin traurig! Bis zum nächste Monatsreffen muss ich wieder einen langen Monat warten. Schade!.

Einen herzlichen Dank an alle, dass ich immer wieder bei den Treffen dabei sein darf, danke auch für euer Vertrauen

Ich liebe euch, es macht immer wieder gossen Spass.

Euer Stephan


Anhang
Ich bin auf dem Heimweg und noch nicht in Winti angekommen
Da meldete Stephan über WhatsApp die Bilder seien im Mydrive hochgeladen. Wohlgemerkt, es war 02.30 Uhr, nein auch kein Fake.
Das ist Rekord verdächtigt. Stephan du bist spitze.
Die GWHF Girls lieben dich, den Stephan mit Bart.

Danke und liebe Grüsse an dich

Rita

Transition ist kein Sonntagsspaziergang

Bericht: Stefanie / Fotos: Thomas Kern


Nach der letzten Nachtschicht, auf fast direktem Weg, nur schnell zuhause zum umziehen und Make-up auffrischen, sitze ich jetzt bereits wieder im Wartezimmer der Dermatologie des Unispitals in Zürich, für eine weitere Laserbehandlung zur Bartepilation.
Es ist jetzt 07.30 Uhr.
Danach muss ich für nächsten Sonntag das Dolder Hotel hier oberhalb Zürich City rekognoszieren, weil ich dort eine Beratung zwecks weiteren medizinischen Angleichungsmassnahmen haben werde.
 Danach muss ich nach Hause, um mich um den Betrieb und die Familie zu kümmern.
 Am Abend habe ich dann noch Sprechstunde bei meiner Ärztin in der Fachstelle Luzern.
Transition ist eben kein Sonntagsspaziergang, und fordert so einiges von einem ab.
 So Tage, wie heute beflügeln aber auch, ich komme in einen Flow, und geniesse mein Mammutprojekt, mich selbst zu werden.
 Jeder getätigte Schritt, belohnt mich mit einem Outcom, deren Summe mir so langsam offenbart, wie wahnsinnig und unendlich erfüllend das erreichen des richtigen Identitätsgefühl ist.
Alleine diese Erfahrung wiegt alle Strapazen dieses Weges mehr als in Gold auf.
 Ich frage mich manchmal, ob Cis Menschen dieses Bewusstsein ihrer Identität auch ansatzweise wahrnehmen.
 Ich will mit diesen Worten meine Transidentität nicht glorifizieren, aber wenn ich das Positive meines Seins herausfiltere, sehe ich, dass qualitativ, so wie quantitativ doch Erstaunliches hängen bleibt, das mein Leben lebenswert macht.

Liebe Grüsse

Stefanie

Magie Der Travestie

Bericht: Esther A.  / Fotos: Esther A.


Die Nacht der Illusionen

Freitag 23.02.2018 im Bodenseeforum in Konstanz (D)
Was wohl für die meisten meisten Besucher dieser Show eine pure Illusion darstellt, ist für uns Frauen des GWHF’s die Realität. Dies natürlich nicht im Aspekt der Show, sondern des ‚Frauseins‘. Bei einigen der Künstlerinnen, ist es fast schon unmöglich eine Vorgeschichte als ‚Mann‘ zu erkennen. Auf jeden Fall, es war ein äusserst gelungener Abend, das Publikum begeistert!.

Rita und ich trafen uns in Oberwinterthur, von wo wir gemeinsam nach Konstanz fuhren. Bei klirrender Kälte, nach feinen Fischknusperlis mit Salat, suchten und fanden wir einen Parkplatz und begaben uns an die Show. Schon bald gesellten sich Yvonne mit ihren beiden Begleiterinnen zu uns.

 

Baby Babel führte äusserst humorvoll durch den Abend

3 Frauen vom RTL mit Ihrer Show – Divine Carousel

Bekannte Pop Sängerinnen müssen dran glauben und werden parodiert
Divine Carousel – Puda Puda

Auch die Damenherzen kommen nicht zu kurz – Marek Del Mar

Hier findet sich nichts männliches‘ mehr an dieser Frau – Danielle Marques aus Brasilien
Sie besticht mit einem perfekten Strip Tease

Nach der Show durften wir uns mit der Schönheit fotografieren lassen

Nun zurück in die Schweiz, es liegen noch viele Kilometer vor mir, doch es hat sich gelohnt! Ein schöner Abend ging zu Ende…. Wie alles, auch die Illusionen….

GWHF First

Die Zähler sind auf null gestellt

Bericht: Rita / Fotos: Rita & Nicole


Ein Jahreswechsel ist immer ein kleiner Neuanfang. Eine neue Runde beginnt. Wir blicken vorwärts und sind voller Elan.

Nicole und Rita wollen die Runde mit Lädele in Zürich eröffnen. Wo denn sonst!

Wir blicken einem verregneten Bächtelitag entgegen.

Wenigen Stunden vor dem Treffen regnet es wie aus Kübel. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren.
Für solche Fälle haben wir das Schlechtwetterprogramm
Es beinhaltet: Action und Abenteuer · Besichtigungen und Rundgänge · Einkaufen · Entspannen · Kreatives · Kulinarisches · Menschen · Sport und Spiel · Tiere · Unterhaltung · Wasser · Wissen, Lernen oder Kultur?

Wie entscheiden uns für Einkaufen, Unterhaltung, Kultur und Kulinarisches. Das passt am besten zu unserem Styling.
Am heutigen kalten Regentag ist es am angenehmsten sich im Warmen aufzuhalten. Im Raum Zürich gibt es viele Shopping Adressen.
Wir gehen ins Einkaufszentrum Glatt.
Fast alle 4500 Parkplätze sind schon besetzt, Was geht hier ab heute?

 

Es ist Ausverkauf und grosser Päckli Umtausch. Das haben wir völlig vergessen. Es hat sehr viele Shoppingsüchtige, es ist eng in den Läden, Körperkontakt ist unvermeidlich. Unsere Wahl fürs Glattzentrum ist ein Volltreffer.

Wir haben gute Stimmung, es ist einfach lässig. Wir schauen den Leuten beim Schlittschuhlaufen zu. Sollen wir oder sollen wir nicht. Die Leute würden sich bestimmt freuen, wenn uns dabei die Perücke wegfliegen würde. Wir verzichten schweren Herzens.

Nicole und Rita gehen extravagant zur Sache. Wir suchen die perfekten Outfits. Im Glatt gibt es alles was das Herz begehrt. Es hat schöne Geschäfte mit bekannten Markenartikeln.
Die Verkäuferinnen beraten uns zuvorkommend und kompetent. Shopping Queen sein macht so grossen Spass. Für High Heels ist es die falsche Jahreszeit, man findet fast nur Winterschuhe. Das weitläufige Glatt sorgt für müde Beine. Die High Heels habe das Ihrige dazu beigetragen.

-siehe Spruch Madonna-. Wir gehen mit leeren Händen für einen Pit Stop in einem Restaurant auftanken. Dann sagen wir dem Glattzentrum adieu und freuen uns auf Zürich.

Unser Bedarf zum Lädele ist für heute gedeckt, ich bin beinahe stehend ko. Über den Dächern von Zürich zuoberst im Modehaus Modissa, ist der rechte Ort für einen Drink. Wir geniessen die Aussicht über die Altstadt von Zürich. Zürich kann so schön sein.

Plötzlich kann ich den Hunger hören. Der Magen meldet sich mit einem ungeduldigen Knurren zu Wort.
Die Bahnhofstrasse entlang, den Rennweg hoch über die Limmat und wir kommen nach 30 Minuten im Niederdorf an. Das Personal vom Santa Lucia freut sich offensichtlich über unseren Besuch. Nach einem schönen Essen und gutem Wein sind wir wieder voller Tatandrang.
Nur nach Hause, nur nach Hause, nur nach Haues geh’n wir nicht.

Zur vorgerückter Zeit so gegen 23 Uhr finden wir in der Splendid Pianobar noch gute Unterhaltung. Die wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Zwei, drei Fläschchen später werden wir von einer Dame umarmt und geküsst. Ihr seht gut aus meint sie. Dieses Kompliment ist wie das Schümli vom Bier.
Wenn du etwas erleben willst, was du noch nie erlebt hast, musst du etwas tun, was du noch nie getan hast.

Rita